Landesvorstand der SPD-Frauen Bayern stellt bei Klausur Weichen für die weitere politische Arbeit
„Frauenpolitik ist keine politische Nische – die Perspektive von Frauen gehört in jedes Politikfeld.“ Unter diesem Leitgedanken hat sich der Landesvorstand der SPD-Frauen Bayern zu einer ganztägigen Klausurtagung in München getroffen. Frauen aus ganz Bayern berieten intensiv über ihr gemeinsames Selbstverständnis, die politischen Schwerpunkte der kommenden Monate und darüber, wie die Arbeit der SPD-Frauen künftig noch sichtbarer werden kann.
Landesvorsitzende Micky Wenngatz führte durch die Klausur und stellte dabei bewusst die Frage in den Mittelpunkt, welche Rolle die SPD-Frauen innerhalb der Sozialdemokratie und in der Gesellschaft einnehmen wollen. Die Antwort der Vorstandsfrauen war eindeutig: Die SPD-Frauen verstehen sich als starke Interessenvertretung von Frauen auf allen politischen Ebenen, als Ort des Empowerments und der gegenseitigen Solidarität sowie als Netzwerk, in dem Frauen einander unterstützen und Türen öffnen.
„Wir wollen die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen sichtbar machen und dafür sorgen, dass ihre Perspektiven in allen politischen Bereichen berücksichtigt werden“, fasste Wenngatz die Diskussion zusammen. „Dazu gehört für uns auch, das sozialdemokratische Profil aus Frauensicht zu schärfen. Unser Anspruch ist eine SPD, in der Frauen ihre Interessen wiederfinden und selbstverständlich politische Verantwortung übernehmen.“
Zum Selbstverständnis gehört für den Landesvorstand zugleich die Zusammenarbeit über Parteigrenzen und Organisationsstrukturen hinweg. Die SPD-Frauen wollen verlässliche Bündnispartnerinnen für Frauenverbände, Gewerkschaften und gesellschaftliche Initiativen sein. Gleichzeitig soll die Arbeitsgemeinschaft ein Raum bleiben, in dem Frauen sich politisch ausprobieren, voneinander lernen und sich gegenseitig stärken können.
„Wir wollen Frauen ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Stimme einzubringen“, betonte Wenngatz. „Solidarität unter Frauen heißt für uns auch: Wir öffnen einander Türen und schließen sie nicht hinter uns wieder.“ Breiten Raum nahm die inhaltliche Planung der kommenden Monate ein. Grundlage sind insbesondere die auf der Landeskonferenz beschlossenen Anträge. Die Themen reichen von Parität und einer konsequent alternierenden Besetzung von Wahllisten über gleichen Lohn, den Schutz vor Gewalt und Femiziden sowie die Rechte lesbischer Familien bis hin zum Sexualstrafrecht, zur Situation pflegender Angehöriger, zu Befristungen und zur Debatte um Leihmutterschaft.
Auch die bevorstehende Landtagswahl und die Frage, welchen Beitrag die SPD-Frauen dazu personell, inhaltlich und organisatorisch leisten wollen, standen auf der Tagesordnung. Einzelne Themen sollen künftig mit Veranstaltungen, Diskussionsformaten, Pressearbeit und verstärkter Kommunikation über die sozialen Medien aufgegriffen werden. Dazu wurden Verantwortlichkeiten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media sowie das Redaktionsteam des Newsletters festgelegt.
Neu in die weitere Arbeit eingebracht wurde zudem das Themenfeld Frauengesundheit und geschlechterspezifische Gesundheitspolitik. Dabei soll Frauengesundheit ausdrücklich nicht auf Schwangerschaft und Geburt reduziert werden. Gendermedizin, unterschiedliche Krankheitsbilder und Symptome bei Frauen und Männern, Endometriose, Wechseljahre, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Gesundheit, Prävention sowie die gesundheitlichen Folgen von Pflege- und Sorgearbeit gehören ebenso dazu.
Neben der konzentrierten politischen Arbeit sollte auch der persönliche Austausch nicht zu kurz kommen. Die stellvertretende Landesvorsitzende Katja Reitmaier sorgte mit Fragerunden zu Beginn und zum Abschluss der Klausur bewusst für einen anderen Blick auf die gemeinsame Arbeit: Zunächst ging es um das persönliche Befinden der Vorstandsfrauen, am Ende um ihre Einschätzung des gemeinsam Erreichten. Nach einem arbeitsintensiven Klausurtag geht der Landesvorstand damit mit klar verteilten Aufgaben und einem umfangreichen Themenprogramm in die kommenden Monate.
„Unser Anspruch ist nicht, Frauenpolitik zusätzlich zu anderen Politikfeldern zu betreiben“, so Wenngatz abschließend. „Wir wollen die Perspektive von Frauen überall dort einbringen, wo politische Entscheidungen getroffen werden. Denn Gleichstellung ist keine Aufgabe für einen einzelnen Politikbereich – sie ist eine Aufgabe für die gesamte Politik.“